Quellen aus alter Zeit berichten, dass ausgedehnte Gebiete auf der Melchsee-Frutt und auf Tannen noch im Mittelalter mit Wald bestockt waren. Abholzungen zur Gewinnung von Alpflächen und für die Nutzung der Eisenerzvorkommen auf Erzegg haben diese Wälder zum Verschwinden gebracht. Nach diesen Rodungen muss das Klima rauher geworden sein, denn heutige Wiederaufforstungsversuche sind mit grossen Schwierigkeiten verbunden.
Die ausgedehnte Mulde zwischen Melchsee und Tannensee wiederum ist geprägt von Fett- und Magerweiden, in die Braunseggenrieder eingesprengt sind. Neben andern Riedpflanzen fallen die weissblühenden Wollgrasarten auf. Ein über grosse Teile des Gebietes Melchsee-Frutt ausgedehntes Pflanzenschutzgebiet soll die ausserordentlich vielfältige und einzigartige Vegetation erhalten. (Text: Franz Meier, Luzern)
Zahlreiche Spuren in der Landschaft dokumentieren Gletscher-Vorstösse, die letztmals vor 10'000 Jahren ins Melchtal reichten. Durch die intensive Erosion der Gletscher wurde die Geländeoberfläche stark abgetragen und neu geformt. So entstanden Karstgassen, Gletschertöpfe sowie Schichttreppen. Rundhöcker und polierte Felswände zeugen vom Gletscherschliff.
Die weichen Tonschiefer und Mergel zwischen Melchsee und Tannensee konnten von Eis und Schmelzwässern relativ leicht erodiert werden. Demgegenüber leisteten die harten Kalkschichten zwischen Frutt und Boni wesentlich mehr Widerstand. Ursprünglich auf der Felsoberfläche vorhandene Schleif- und Kratzspuren - wie sie in Gebieten mit Granit und Gneis zu sehen sind - wurden durch die Kalklösung in der Nacheiszeit ausgelöscht. (Text Pankratz Tüsssel, Reinfelden)
Auftanken und erholen in der erhabenen Landschaft
Melchsee mit Fruttkapelle

